Ein Vergnügen – „Ready Player One“

ready_player_oneJa, das Buch hat seine Schwächen. Und der Science Fiction-Part kommt etwas kurz. Und das obwohl die Handlung im Jahr 2044 spielt. Von der Gesellschaft und der Welt in dieser Zukunft bekommt man allerdings recht wenig mit. Das ist etwas schade. Aber meine Güte, hat mich das Buch gut unterhalten!

Wer ein Faible für die 80er Jahre hat, vielleicht sogar damals aufgewachsen ist, die Serien und Filme gesehen, die Computerspiele der Zeit gespielt hat, der wird dieses Buch lieben.

Die Geschichte spielt wie gesagt im Jahr 2044, die Welt ist ziemlich den Bach runter gegangen. Die Menschen hausen in Containern sind verarmt und verbringen ihre meiste Zeit in der OASIS. Einem riesigen Online-Rollenspiel dass sich zu einer virtuellen Parallelwelt entwickelt hat. Man kann dort zur Schule gehen, Abenteuer erleben, sich treffen, chatten, sich verlieben und sich perfekt von der traurigen Realität ablenken. Plötzlich stirbt der Erfinde und Erbauer dieser OASIS und hinterlässt der Nachwelt ein Rätsel und das Versprechen, dass dem Sieger endlosen Reichtum verspricht. Die Hauptfigur Wade Watts, ein Junge aus den Slums von Oklahoma löst das erste Rätsel der Schnitzeljagd und steht für alle sichtbar auf Platz 1 der Highscorelist. Plötzlich ist er berühmt – und wird vom Killerkommandos gejagt.

Das Buch ist ein einziger „Nerdgasm“. Die ganze Handlung ist gespickt mit Anspielungen auf die Pop-Kultur und speziell auf die 80er. Alle Rätsel und ihre Lösungen haben etwas mit Spielen, Serien und Filmen zu tun, denn der Erfinder der Jagd im Buch ist natürlich selber Kind der 80er und er sucht einen Erben der seine Schöpfung in seinem Sinne führt. Also einen Bruder im Geiste. Für Fans ist das das reinste Vergnügen.

Da tauchen Trannamen wie Harry Tuttle und Sam Lowry auf. Der Film „WarGames“ spielt eine Rolle und die Protagonisten sinnieren über andere Filme wie „Der Tag des Falken“, natürlich „Star Wars“ und „Indiana Jones“ oder Serien wie „Family Ties“.
Auch die Jagd der (meist) jugendlichen Jäger nach dem Schatz erinnert ein wenig an Filme wie „Die Goonies“ (die natürlich auch erwähnt werden). Da passt es dann am Ende auch perfekt in Bild, dass Super-Nerd Wil Wheaton als Vorsitzender eines User-Rates der OASIS erwähnt wird und dass die Initialen unseres Helden WOW lauten. Wade Owen Watts oder „World of Warcraft“. An einen Zufall glaube ICH da nicht.

Über die Handlung mehr zu verraten würde bedeuten den Spaß zu verderben. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, für den ist das Buch dann vielleicht auch nichts. Der Sprecher war mir völlig unbekannt, macht seine Sache aber sehr sehr gut. Die verschiedenen Personen bekommen sehr charakteristische Stimmen und er transportiert die Stimmung der Geschichte hervorragend.

Übrigens, das Buch wird in naher Zukunft verfilmt. Von niemand geringerem als Steven Spielberg. Was ja in sich schon wieder eine wunderbarer Gag ist.

“Ready Player One”, Autor: Ernest Cline, Sprecher: Martin Bross, Random House Audio, 963 Minuten