Eindrucksvoll – „The Art of Fielding“

Aufmerksam wurde ich auf den Roman durch meine Lieblings-Literatursendung „Druckfrisch“ und die Empfehlung von Denis Scheck. Mit Romanen habe ich ja oft meine Schwierigkeiten. Als passionierter Krimi-Fan bin ich es gewohnt, dass am Anfang ein Mord oder ähnliches passiert und von da an die Handlung ziemlich straight voran geht. Romane sind da naturgemäß anders. Die Personen werden ausführlicher vorgestellt, die Konflikte ausgebreitet und dann nimmt das Ganze, meist langsam, Fahrt auf. Da muss ich oft mehr Geduld haben. Es meistens lohnt sich das dann auch. So auch hier.

Es geht in dem Buch um Henry Skrimshander, einen begnadeten Baseballspieler, der von Henry Schwartz in einem Kaff in South Dakota entdeckt und an dessen College am Ufer des Michigan Sees geholt wird. Es geht um den Präsidenten dieses Colleges, Guert Affenlight und seine Tochter Pella. Und nicht zuletzt geht es um Owen, den Zimmergenossen von Henry auf dem College und Mannschaftskameraden von Henry und Mike im Baseball-Team der Schule. Henry ist der beste Spieler der Schule seit vielen, dielen Jahren und führt sie von Sieg zu Sieg. Aber im Angesicht des großen Erfolges, unterläuft ihm ein fataler Fehlwurf, der das Leben aller Beteiligten radikal verändert.

Vordergründig geht es in dem Buch sehr viel um Baseball. Aber auch wer damit wenig anfangen kann, dem kann das Buch dennoch gefallen. Denn es ist ein großer Roman und eine Geschichte die natürlich um viel mehr geht. Es geht um Freundschaft, Liebe und Sex. Es geht um Veränderungen und wie wir damit umgehen, um Hoffnungen, das Erwachsenwerden und es geht nicht zuletzt um Toleranz. Die ganz großen Themen also und Chad Harbach gelingt es wirklich das alles packend ohne dabei in Klischees zu verfallen. Und dabei hat die Geschichte eine Sogkraft, dass man nicht mehr aufhören mag.

Die turbulente Vorgeschichte des Buches ist mir dabei egal. Es ist ein Erstlingswerk, der Autor hat wohl 10 Jahre daran geschrieben und noch vor der Veröffentlichung bei einer Versteigerung der Buchrechte einen beeindruckenden Vorschuss erhalten (was unüblich ist). Ob es die Arbeitszeit wert war kann nur er selber beurteilen. Aber ich bin jedenfalls froh, dass er dran geblieben ist und es veröffentlicht hat. Und der Meinung sind wohl auch viele andere, denn das Buch war in den USA ein riesiger Erfolg und wurde von Autoren wie Jonathan Franzen, John Irving und Bret Easton Ellis sehr gelobt. Nun, mit Franzen habe ich ja so meine Probleme, aber John Irving liebe ich seit vielen Jahren.

Eine deutsche Hörnuch-Version gibt es leider nicht, weshalb ich hier auf das amerikanische Original ausgewichen bin. Etwas, was ich zuletzt häufiger tue. Der Sprecher Holter Graham ist mir dabei weder positiv noch negativ besonders aufgefallen.

“The Art of Fielding”, Autor: Chad Harbach, Sprecher: Holter Graham, Audible, Ungekürzte Lesung, 960 Minuten

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