Comeback eines Klassikers – „Der Papyrus des Cäsar“ (Asterix 36)

bild391602_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg version=48604Die Fakten sind vermutlich bekannt. Erfunden wurde Asterix 1959 durch die beiden Franzosen René Goscinny und Albert Uderzo. Goscinny war dabei der Autor und Uderzo der Zeichner der Geschichten. 1977 starb Goscinny völlig überraschend an einem Herzinfarkt und Uderzo setzte die Serie alleine fort. Seitdem ging es nach allgemeiner und auch meiner Meinung mit der Serie langsam bergab. Waren die Alben „Der große Graben“ und „Die Odyssee“ noch ganz gut, war vor allem der Band „Gallien in Gefahr“ von 2005 ein Desaster. Irgendwann muss das auch Uderzo eingesehen haben und nach langer Pause erschien mit „Asterix bei den Pikten“ 2013 ein erster Band an dem keiner der beiden Erfinder mehr beteiligt war. Er wurde von Jean-Yves Ferri geschrieben und von Didier Conrad gezeichnet.

Asterix gehört für mich seit meiner Kindheit zu meinem Leben wie kaum etwas anderes. In einer deutsch-französischen Familie aufgewachsen lagen die Bände von frühester Kindheit bei uns zu Hause rum. Und ich habe sie immer geliebt. Entsprechend tat es mir Leid als es bergab ging. Und entsprechend gespannt war ich auf den Neustart der Serie.

Nun erschien vor wenigen Tagen der zweite Band der beiden neuen Herrscher über das Asterix-Universum. Gemäß der inneren Reihenfolge der Serie kam nach einem „Reise-Band“ wieder ein Band der im Dorf der Gallier spielt. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert.

Zu Story: Cäsar hat sein berühmtes Buch „De bello Gallico“ über den gallischen Krieg beendet. Sein Berater empfiehlt ihm das Kapitel über das Unbeugsamen Dorf einfach weg zu lassen, denn es lässt ihn schlecht aussehen. Cäsar folgt dem Rat, das Kapitel sickert aber dennoch durch und ein Exemplar des Papyrus gelangt zu Asterix und seinen Freunden. Diese wollen auf gallische Art und Weise dafür sorgen, dass ihre Geschichte weiter überliefert wird.

asterix_twiietFerri und Conrad schwimmen sich in diesem Band merklich frei. Der Pikten-Band war ein guter Anfang und fügte sich in die älteren Bände ein. Mit „Papyrus“ steigern sich die beiden nun. Es ist eine Geschichte über Medien, Whistleblower und Kommunikation. Ohne dabei aber die üblichen Running-Gags wie Wildschweine, die Piraten, Römer, Prügel etc . zu vernachlässigen. Sie enthält viele Anspielungen auf die moderne Welt („Twiiiiiet Twiiiiiet“) und ist dabei aber immer ein echter Asterix. Übrigens sind Anspielungen auf die moderne Welt ganz typisch für Asterix. Der Band „Asterix bei den Briten“ von 1966 enthielt einen Auftritt der Beatles und ein Rugby-Spiel. „Asterix bei den Schweizern“ hatte diverse Anspielungen auf Alpentourismus und moderne Banken. Und jetzt sind es eben die modernen Medien die ihre Rolle spielen. Ich finde das großartig.

Manches Wortspiel ist vielleicht etwas platt. Das mag auch an der Übersetzung liegen. Insgesamt sind die Gags und die Geschichte aber sehr witzig und überzeugend. So darf es gerne noch lange, lange weiter gehen.